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Grabsteine

Grabsteine


Schätzungsweise ein Drittel der deutschen Grabsteine stammen aus Indien. Dort ist zwar per Gesetz Kinderarbeit in den Steinbrüchen verboten, trotzdem wissen wir, dass die Realität leider ganz anders aussieht. Eine besondere Rolle spielt dabei die „Schuldknechtschaft“, die indische Eltern dazu bringt, ihre Kinder als billige Arbeitskräfte an Steinbrüche zu geben.

Zwar gilt bereits seit 1999 ein weltweites Verbot von Schuldknechtschaft mit dem Übereinkommen 182 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Aber es muss noch eine Menge dafür getan werden, damit dieses Recht für viele Kinder der Welt auch Wirklichkeit wird.

Mit Bezug von solchen indischen Grabsteinen unterstützen die Hinterbliebenen, die einen Grabstein setzen, ungewollt und indirekt die Ausbeutung von Kindern in Indien. Derzeit laufen bei uns viele Bemühungen, bei unserem Einkauf von Steinen soziale Standards einzuhalten und Kinder aus den Steinbrüchen herauszuhalten.
Daher hat die Nordelbische Friedhofsrichtlinie in §6, Abs. 3 einen entsprechenden Passus aufgenommen:
„Der Friedhofsträger hat darauf hinzuwirken, dass auf die Verwendung von importierten Grabsteinen, die nicht unter fairen Arbeitsbedingungen, insbesondere mit Kinderarbeit produziert werden, verzichtet wird. Entsprechende Bestimmungen sind in die Friedhofssatzung aufzunehmen“.

Inzwischen gibt es verschiedene Zertifizierungssysteme, auch wenn es zuweilen schwierig ist, mit solchen Steinen tatsächlich beliefert werden zu können. Nachfrage kann hier aber auch einen entsprechenden Markt erzeugen und darauf hinwirken, dass sich die Situation zukünftig deutlich verbessern kann.