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EKD-Synode und EKD-Klimabericht

Engagement für Klimagerechtigkeit

16.11.2017 | In Bonn tagte parallel zur UN-Klimakonferenz die Synode der EKD. Umweltschutz und eine Reduzierung des eigenen Energieverbrauchs sind für die evangelische Kirche in Deutschland und deren Einrichtungen traditionell ein Anliegen und auch auf dieser Tagung ein Thema. Am 15. November 2017 hat die Synode einen Beschluss zum Engagement für Klimagerechtigkeit verabschiedet.

Sie wendet sich darin an den Rat der EKD, die Bundesregierung und die Bundesparteien mit der Bitte, sich die im Synodenbeschluss von 2016 genannten Eckpunkte für eine konsistente Klima- und Energiepolitik in Erinnerung zu rufen. Außerdem plädiert sie dafür, „bei den politischen Verantwortungsträgern darauf hinzuwirken, zeitnah ein Klimaschutz-Sofortprogramm für die Jahre 2018 bis 2020 aufzulegen, damit bis 2020 das vereinbarte Klimaziel einer Treibhausgasreduktion von 40 % noch erreicht werden kann“.

In ihrem Beschluss macht sich die Synode auch den dritten Klimabericht der EKD, der von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft auf Bitte des Rates und des Kirchenamts der EKD erarbeitet wurde, zu eigen und wiederholt ihre Bitte an die EKD, die Gliedkirchen und Werke, bis zum Jahr 2020 eine Reduktion der CO2-Emissionen um insgesamt 40 % anzustreben.

Im Jahr 2008 waren per Synodenbeschluss alle Landeskirchen und Werke aufgefordert worden, ihr eigenes Engagement zur Einsparung von CO2 zu erhöhen. Der Bericht von 2017 bilanziert nun die Bemühungen um den Klimaschutz in den evangelischen Landeskirchen und gibt vor diesem Hintergrund Empfehlungen für die nächsten Schritte. Der EKD-Umweltbeauftragte Prof. Hans Diefenbacher zog zum 3. Klimabericht eine positive Bilanz. In 13 der 20 Landeskirchen gebe es Umweltschutzkonzepte, eine weitere erarbeite gerade eines.

Das Ziel einer Reduktion der Emissionen um 40 % (gemessen am Stand von 2005) bis zum Jahre 2020 hat die Synode der EKD als Empfehlung für die Gliedkirchen bereits 2014 bestimmt. Der Klimabericht 2017 möchte nun Impulse für eine längerfristige Perspektive bieten: Den Landeskirchen wird empfohlen, sich Zwischenziele auf diesem Weg über das Jahr 2020 hinaus zu setzen. Eine Möglichkeit wäre:

  • bis 2030 eine CO2-Einsparung von 55–60 %;
  • bis 2040 eine CO2-Einsparung von 70–80 %;
  • bis 2050 Klimaneutralität; wobei insbesondere hier, aber auch schon bei den Zielsetzungen davor die Rolle der Kompensation genau umrissen werden sollte.

Dazu bietet der 38-seitige Bericht neben einer Darstellung des Ist-Standes in den Gliedkirchen u.a. einen Überblick über Klimaschutzprojekte und Förderprogramme, Erfahrungen bei CO2-Bilanzierung sowie Projektbeispiele aus einigen Landeskirchen zu den drei Eckpfeilern des Klimaschutzes Mobilität, Gebäude, Beschaffung. Ein guter Einstieg für diejenigen, die auf dem Weg sind, und Anregung für Fortgeschrittene.

Link zum Synodenbeschluss im Wortlaut: 

Link zum 3. EKD-Klimabericht im Wortlaut

Link zum Interview mit Prof. Hans Diefenbacher